Die Energieverbräuche verstehen
Am Anfang stand keine Speicherfrage, sondern eine Bestandsaufnahme. Gemeinsam mit Produktion und Haustechnik haben wir geklärt, welche Anlagen wann wie viel Strom brauchen: Produktionslinien, Druckluft, Kälte, Lüftung und Gebäudetechnik. Dazu kamen Stromrechnungen, Netzentgeltabrechnungen und die Schichtpläne.
Erst mit diesem Verständnis lässt sich ein Lastgang richtig lesen. Eine Spitze am Montagmorgen bedeutet etwas anderes, wenn man weiß, dass dort mehrere Linien gleichzeitig anlaufen.
Lastganganalyse und Simulation, auch für die Zukunft
Auf Basis der 15-Minuten-Werte eines vollen Jahres habe ich Grundlast, Lastspitzen und deren Häufigkeit ausgewertet. Entscheidend war der Blick nach vorn: Der Kunde plante neue Verbraucher und eine stärkere Elektrifizierung. Diese künftigen Lasten habe ich als eigene Profile in die Simulation integriert.
So war der Speicher nicht auf den Betrieb von heute ausgelegt, sondern auf den Betrieb der nächsten Jahre. Ohne diesen Schritt wäre die Anlage schon kurz nach der Inbetriebnahme zu klein gewesen.
Den idealen Speicher auslegen
Mit dem simulierten Lastgang habe ich verschiedene Kombinationen aus Leistung und Kapazität durchgerechnet. Für jede Variante haben wir Einsparungen bei den Netzentgelten, den Eigenverbrauch und die Investitionskosten über die gesamte Lebensdauer gegenübergestellt, einschließlich Alterung der Batterie und Sensitivitäten für Strompreise.
Das Ergebnis war eine Speichergröße mit dem besten Verhältnis aus Investition und Nutzen. Sie war bewusst nicht die größte Variante, sondern die wirtschaftlichste.
Lastenheft und Angebote
Aus der Auslegung entstand das Lastenheft: technische Anforderungen, Betriebsstrategie, Schnittstellen zu Netzanschluss und Energiemanagement, Garantien sowie Anforderungen an Service und Verfügbarkeit. Damit konnten wir Angebote verschiedener Anbieter einholen, die tatsächlich vergleichbar waren.
Bei der Bewertung habe ich die Angebote technisch und wirtschaftlich gegenübergestellt und auf Lücken geprüft, etwa bei nutzbarer Kapazität, Degradation, Wirkungsgrad und Garantiebedingungen.
Den EPC-Vertrag absichern
Nach der Auswahl des Anlagenbauers habe ich den Kunden bei den Vertragsverhandlungen unterstützt. Im Mittelpunkt standen klare Leistungsgrenzen, Abnahmekriterien mit Kapazitätstest, Termin- und Leistungsgarantien, Vertragsstrafen sowie die Abstimmung der Garantien zwischen Anlagenbauer und Batteriehersteller.